Der heilige Meinrad und der Meinradweg

Meinrad wurde kurz vor 800 im Sülchgau bei Rottenburg geboren. Seine Eltern sandten ihn zur Ausbildung in die damals berühmte Klosterschule auf der Insel Reichenau, wo er später Priester und Mönch wurde. Abt Erlebald sandte den vorbildlichen Mönch als Lehrer in ein kleines Kloster am Zürichsee. Doch Meinrad verspürte eine große Sehnsucht nach einem Leben in Einsamkeit. Er zog als Einsiedler ans Südufer des Sees und um 835 schließlich in den „Finstern Wald“, wo er 26 Jahre lebte. Meinrad pflegte ein intensives Gebetsleben, war gastfreundlich und beschenkte die Armen, die ihn besuchten. Am 21. Januar 861 suchten zwei Räuber den Einsiedler auf. Meinrad bewirtete beide gastfreundlich, doch wurde er von ihnen aus Habgier erschlagen. Der Leichnam Meinrads wurde auf die Reichenau gebracht und dort bestattet. Für die Weihe der zweiten Klosterkirche im Jahr 1039 kehrten seine Reliquien nach Einsiedeln zurück.

Im Mai 2019 eröffnete Bischof Dr. Gebhard Fürst in Rottenburg einen neuen Fahrradpilgerweg mit dem Namen „Meinradweg“. Er beginnt bei der Sülchenkirche, der Taufkirche des heiligen Meinrad, führt über die Erzabtei Beuron zum Weltkulturerbe Insel Reichenau und von dort über das Benediktinerkloster Fischingen zum größten Wallfahrtsort der Schweiz, dem Kloster Einsiedeln. Die rund 275 Kilometer des Meinradwegs lassen sich in vier Tagesetappen meistern. Der heilige Meinrad gilt als „Märtyrer der Gastfreundschaft“. So lädt der Meinradweg mit seinen Klöstern und Radwegkirchen ein, Gastfreundschaft zu erfahren. Weitere Informationen gibt es auf meinradweg.com.

Bei der Eröffnungsfeier des Meinradwegs enthüllte Bischof Dr. Gebhard Fürst bei der Sülchenkirche auch eine Statue des Heiligen. Die Statue wurde von Ralf Ehmann aus Untersberger Marmor aus der Salzburger Gegend gemeißelt. Seit einigen Jahren befindet sich auch eine Reliquie des heiligen Meinrad in der Sülchenkirche, die vom Kloster Einsiedeln überlassen wurde.